Tennisfreunde Grün Weiss Fürth
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75 Jahre Grün-Weiss
 
75 JAHRE VEREINSGESCHICHTE

Am 21. Dezember 1932 traf sich auf Einladung von Ludwig Beuschel
ein Häuflein tennisbegeisterter Frauen und Männer in der Gaststätte
Wolfshöfer Bräustüberl. Bei diesem Treffen wurde der Verein “Tennisfreunde
Grün-Weiss e.V.” gegründet.
Ludwig Beuschel und seine Mannschaft waren Idealisten. Sie gingen
an die Arbeit, kratzten alle verfügbaren Gelder zusammen, bettelten
bei Verwandten und Bekannten. Jenseits des damaligen Ludwig-Donau-
Main-Kanals an der Rostbrücke - ganz in der Nähe des jetzigen
Vereinsgeländes, heute verläuft hier die Trasse des Franken-Schnellweges
- fand man ein Gelände und begann mit dem Bau des Tennisplatzes.
Mit dem Handwagen wurde das Material herangekarrt, eine
rote Decke konnte man sich noch nicht leisten.
Schlacke wurde verteilt, planiert, eine Wasserleitung verlegt, eine
Umzäunung errichtet. Als Umkleideraum diente eine Kirchweihverkaufsbude.
Im Mai 1933 wurde gespielt, natürlich nur auf einem
Platz, das Ziel war erreicht.
Mit Aufnahme des Spielbetriebes im Jahre 1933 lief zeitlich parallel
die Gleichschaltung der Sportvereine durch die an die Macht gekommenen
Nationalsozialisten. Um diese sogenannte Gleichschaltung
zu umgehen, schlossen sich die Tennisfreunde Grün-Weiss dem
Verein für Rasenspiele als Unterabteilung an. Der dort eingesetzte
politische Beobachter war zum Glück kein fanatischer Nationalsozialist,
sondern mehr fairer Sportsmann.
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahr 1939 brachte naturgemäß
einen schlimmen Einschnitt in der Entwicklung. Viele junge Männer
wurden eingezogen, viele kehrten nicht zurück. Es gab keine Ausübung
des Tennissports mehr.
Doch der Idealismus war nicht gebrochen. Nach Ende des Krieges
gingen die, die noch da waren, wieder unter der Führung von Ludwig
Beuschel, an die Arbeit. Der Platz an der Rostbrücke war zu
klein geworden. An der Kurgartenstraße wurde ein brachliegender
ehemaliger Tennisplatz gepachtet, spielfähig hergerichtet, zwei
Wehrmachtsbaracken wurden als Clubheim ausgebaut. Lage und
Platz waren wunderbar, im Winter drehten Schlittschuhläufer auf
den Plätzen - es waren schon drei - ihre Runden bei leiser Musik. Leider
dauerte dieser Traum auch nicht lange.
Der Platz mußte im Jahre 1949 aufgegeben werden, da die aufstrebende
Firma Grundig für Ihre Werksanlagen diese Fläche dringend
benötigte. Die Stadt stellte mit Erbbaurecht ein großes Grundstück an
der Dammstraße zur Verfügung, später wurden weitere angrenzende
Flächen erworben. Die Arbeit des Platzbaues begann von Neuem,
wieder mit gewohntem Idealismus.
Die neue Tennisanlage wurde am 13. Mai 1950 mit drei Plätzen und
einem Clubhaus - auf massivem Untergeschoß wurde die alte Baracke
umgesetzt - eingeweiht und eröffnet. Damit war der endgültige
Grundstein für die weitere gedeihliche Entwicklung gelegt, der Ort
des Bleibens war gefunden.
Über die sportlichen und sonstigen Aktivitäten wurde früher viel in
den Zeitungen berichtet. Die Berichte bestätigen, daß bei den Tennisfreunden
Grün-Weiss fast immer Hochbetrieb war. Die Berichte füllen
einen dicken Akt, wer sich dafür interessiert, kann es nachlesen.
Bereits 1953 wurde der vierte Platz fertiggestellt, in den Jahren 1954/55
wurde das Sportheim erweitert und eine Wohnung für den Platzmeister
geschaffen. Mit drei weiteren Plätzen standen nunmehr sieben Plätze
zur Verfügung. Die große Spielwiese und das Birkenwäldchen runden
die Anlage zu einem Ort der Entspannung, der Erholung und des
freundschaftlichen Zusammenseins ab. Vielleicht waren die fünfziger
Jahre die schönsten und intensivsten im Vereinsleben. Zu Turnieren
mußte Anfangs noch mit dem Zug gefahren werden, Bier wurde aus
dem Kasten verkauft und beim Duschen holte man sich regelmäßig eine
Erkältung. Doch diese Unzulänglichkeiten taten dem Vereinsleben
keinen Abbruch, im Gegenteil. Wer zählt die Ereignisse, Feste, Feiern,
die gerade in dieser Zeit auf Grün Weiss stattfanden. Es mußte gar nichts
veranstaltet werden, am Wochenende war “Highlife”.
Die Ansprüche der Mitglieder wandeln sich naturgemäß mit dem
Zeitgeist. Die Baracke des Clubheims wurde 1972 durch ein massives
Gebäude mit inneren Umbauten ersetzt. Im Jahr 1982 wurde das
Clubhaus modernisiert, um gastronomische Wünsche zu erfüllen. Eine
Theke und eine Heizung wurden eingebaut. Nach dem Duschen
gibt es seither Bier vom Faß.
Parallel wurden in Abständen von mehreren Jahren alle Plätze von
Grund auf erneuert. Für den Verein eine enorme finanzielle Leistung,
da für diese Erneuerungsmaßnahmen kaum Zuschüsse zu bekommen waren. Im Jahre 1990 wurde als letzte größere Maßnahme der Platz 8
für Turniere ausgebaut. Mitte der 90er Jahre ist es gelungen, den nebenan
bestehenden privaten Tennisplatz unseres Mitgliedes Horst Brandstätter
durch Vereinbarung in den Spielbetrieb des Vereins zu integrieren,
sodaß damit 9 vollwertige Tennisplätze zur Verfügung stehen.
Auch sportlich gings stets bergauf, Zug um Zug erkämpften sich die
Mannschaften Aufstiege in höhere Klassen. Die Entwicklung ab den
sechziger Jahren galt im Wesentlichen, den Bestand zu sichern, zu erhalten
und zu modernisieren.
Es würde den Rahmen sprengen, hier einzelne sportliche Ereignisse
und Erfolge darzustellen. Die Liste wäre riesengroß und unvollständig.
Erwähnt werden sollen die Erfolge der Senioren-Mannschaft in
den achtziger Jahren, wo mehrfach die Bayerische Meisterschaft und
als krönender Abschluß in der neuen Altersklasse II die Deutsche
Meisterschaft errungen wurde. Leider hat sich diese über viele Jahre
so erfolgreiche Mannschaft aufgelöst.
Durch besondere Veranstaltungen wie zum Beispiel die offenen Jugend-
Meisterschaften (Fürth-Junior-Open) stärken wir Vereinsimage
und Jugendförderung gleichzeitig. Gefördert wird seit einigen Jahren
die Zusammenarbeit mit Schulen und kostengünstige Trainings- und
Fereiencamps. Ein sportlicher Höhepunkt war das Jahr 2005, mit
dem Aufstieg von 9 Mannschaften.
Die lägendäre Meistermanschaft von 1989. Darunter auch Conny Stengel,
der schon als Deutscher Studentenmeister von sich reden machte.
Die optische Qualität der Vereinsanlage zu verbessern als Angebot
an die Mitglieder bemühen wir uns stetig, zum Teil mit tatkräftiger
Eigenleistung vieler besonders engagierter Mitglieder. Mit ein wenig
Stolz kann man sagen, unser Vereinsheim ist zu einem besonderen
Schmuckstück geworden.
Die Würdigung zu unserem Vereinsjubiläum kann nicht alle erwähnenswerten
Aspekte und Personen nennen. Wir tun dies jährlich in
unserer - immer besser gewordenen - Jahresbroschüre.
Die Ziele der Tennisfreunde Grün Weiss bestehen seit 75 Jahren, Sport
und Freundschaft, Spiel und Geselligkeit miteinandern zu verbinden.
Dies ist dem Verein wohl gelungen. Die über viele Jahre in etwa konstante
Zahl der Mitglieder, immer um die 400, spricht dafür, denn die
Zeit ist für Vereine in der Stadt - anders als in Vororten - nicht günstig.
Der Verein hat viele langjährige Mitglieder, sie alle haben unzählige
Stunden in Sport, Spiel, Freundschaft und Geselligkeit auf der Anlage
des Vereins verbracht. Sie sind gerne da, sie sind die Tennisfreunde
Grün Weiss.
Nach 75 Jahren, davon 57 auf der jetzigen Anlage, sind die Tennisfreunde
Grün Weiss noch kein bisschen müde. Wir werden den Geburtstag
feiern und gemeinsam auf ein langes und gutes Leben unseres
Vereins der Tennisfreunde Grün Weiss anstoßen.

Lang lebe Grün Weiss!

Euer Ernst Voigt






 

 

 

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